Darum geht es
Die 5S-Methode wird in vielen Unternehmen auf Ordnung und Sauberkeit reduziert. Dann werden Schubladen sortiert, Bodenmarkierungen erneuert und Schattenbretter aufgehängt. Mit der eigentlichen Wirkung der Methode hat das wenig zu tun.
In dieser Episode spreche ich mit Manuel Lehmann darüber, was 5S leisten kann, warum viele Initiativen früh stecken bleiben und weshalb die Umsetzung weit über den einzelnen Arbeitsplatz hinausgeht.
Richtig verstanden verbessert 5S physische Abläufe sowie Informations- und Kommunikationsprozesse. Die Methode reduziert Suchzeiten, unnötige Wege und körperliche Belastungen. Entscheidend ist jedoch nicht das sichtbare Ergebnis eines einzelnen Workshops, sondern die dauerhafte Weiterentwicklung gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Darauf kommt es an
5S ordnet mehr als den Arbeitsplatz
5S betrifft nicht nur Werkzeuge, Materialien und Schränke. Auch Informationsflüsse und Kommunikationsprozesse lassen sich damit klarer strukturieren. Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem benötigte Dinge und Informationen ohne Umwege verfügbar sind.
Kleine Verluste ergeben eine beachtliche Summe
Einzelne Suchzeiten oder Laufwege wirken unbedeutend. Summieren sie sich täglich auf 20 Minuten pro Mitarbeiter, entstehen daraus im Jahr mehr als 80 Stunden. 5S macht diese verstreuten Verluste sichtbar und schafft die Grundlage, sie konsequent zu beseitigen.
Die Experten arbeiten vor Ort
Die Beschäftigten kennen ihre Arbeitsplätze und die täglichen Hindernisse am besten. Deshalb sollten sie selbst bewerten, was benötigt wird, wie Arbeitsmittel angeordnet werden und welche Abläufe verbessert werden können. Führung und externe Begleitung geben den Rahmen, die Lösungen entstehen gemeinsam mit den Anwendern.
Aufräumen allein ist noch kein 5S
Wenn eine Aktion mit dem Aussortieren endet, bleibt 5S an der Oberfläche. Auch ein neues Schattenbrett ist noch kein Beleg für einen besseren Prozess. Entscheidend ist, ob Suchzeiten, Wege, Rückfragen und Belastungen tatsächlich reduziert werden.
5S ist keine Einmalaktion
Arbeitsplätze verändern sich durch neue Produkte, Betriebsmittel und Abläufe. Deshalb müssen auch die erarbeiteten Standards weiterentwickelt werden. Lösungen sollten von Beginn an so gestaltet sein, dass sie sich mit vertretbarem Aufwand anpassen lassen.
Ergonomie gehört zur Prozessverbesserung
Unnötiges Bücken, Greifen und Laufen belastet Mitarbeiter jeden Tag. Oft reichen einfache Veränderungen am Arbeitsplatz, um diese Belastungen deutlich zu reduzieren. Damit verbessert 5S nicht nur die Produktivität, sondern trägt auch dazu bei, dass Menschen ihre Arbeit länger gesund ausüben können.
Mein Gesprächspartner
Manuel Lehmann
Manuel Lehmann ist Geschäftsführer von 5S-Coaching.de und auf die praktische Einführung der 5S-Methode, visuelles Management und Bottom-up-Kommunikation spezialisiert. Zuvor war er viele Jahre als Führungskraft in der Industrie tätig.
Die Episode ist am 26. April 2026 erschienen.