Darum geht es
Viele Einkaufsabteilungen sind stark im operativen Geschäft gebunden. Sie verhandeln, lösen Lieferprobleme und reagieren auf kurzfristige Anforderungen. Ohne Warengruppenstrategien fehlt ihnen jedoch die Orientierung für die langfristige Entwicklung ihres Lieferantennetzwerks.
In dieser Episode spreche ich mit Maurice Venbruex darüber, welche Informationen eine belastbare Warengruppenstrategie benötigt und wie daraus konkrete Maßnahmen entstehen. Dabei geht es auch um Lieferantenrisiken, geeignete Analysewerkzeuge und die Frage, warum kleinere Kategorien die Umsetzung erleichtern.
Darauf kommt es an
Ohne Warengruppenstrategie fährt der Einkauf auf Sicht
Fehlt eine klare Strategie, dominieren kurzfristige Entscheidungen. Lieferantenportfolios wachsen historisch, Einsparpotenziale bleiben ungenutzt und Risiken werden erst bearbeitet, wenn sie bereits zum Problem geworden sind.
Einkaufsstrategie und Warengruppenstrategie erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Die Einkaufsstrategie entwickelt die Organisation, ihre Kompetenzen und Prozesse weiter. Die Warengruppenstrategie richtet den Blick auf das Lieferantennetzwerk einer konkreten Kategorie.
Abhängigkeiten, Risiken und Kompetenzen müssen transparent sein
Eine belastbare Bewertung berücksichtigt neben Einkaufsvolumen und Leistung auch gegenseitige Abhängigkeiten, technologische Kompetenzen, Marktstellung, Preisentwicklung und verfügbare Alternativen.
SWOT-Analyse und Dutch Windmill erweitern die Perspektive
Die SWOT-Analyse strukturiert Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Warengruppe. Die Dutch Windmill ergänzt, welchen Stellenwert das eigene Unternehmen für den Lieferanten besitzt.
Kleine Kategorien erleichtern die Umsetzung
Breit definierte Warengruppen umfassen unterschiedliche Märkte, Technologien und Risiken. Eine klare Abgrenzung ermöglicht konkretere Zielbilder und Maßnahmen.
Aus der Analyse muss ein verbindlicher Aktionsplan entstehen
Die Strategie muss konkrete Maßnahmen, Verantwortliche und Termine festlegen. Erst dadurch wird aus dem Strategiepapier ein Instrument für die Umsetzung.
Mein Gesprächspartner
Maurice Venbruex
Maurice Venbruex verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im strategischen Einkauf. Als Interim Manager unterstützt er Unternehmen dabei, Einkaufsorganisationen weiterzuentwickeln sowie Warengruppenstrategien aufzubauen und umzusetzen.
Die Episode ist am 29. März 2026 erschienen.