Von der Dreifaltigkeit des Arbeitsschutzes bis zum Katastrophenschutzhandbuch: Wie Betriebe Sicherheit nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag leben.
Worum es in dieser Episode geht
In dieser Episode spricht Jörg Cwojdzinski mit Christian Scholle, ehemaliger Managementbeauftragter für Arbeitssicherheit, Katastrophen- und Brandschutz bei der ASMPT, über die Sicherheitsthemen, die in jedem Betrieb als Fundament vorhanden sein müssen.
Christian erklärt die Dreifaltigkeit aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung als Mindestanforderung im Arbeitsschutz und zeigt, warum Betriebsanweisungen von der Stange gefährlich sind. Er beschreibt, wie Brandschutzhelfer, Ersthelfer und Evakuierungshelfer sinnvoll aufgestellt werden, warum regelmäßige Räumungsübungen mit Beteiligung der obersten Leitung unverzichtbar sind und wie ein praxiserprobtes Katastrophenschutzhandbuch im Ernstfall Orientierung gibt.
Durchgängiges Leitmotiv: Sicherheit funktioniert nur, wenn Führungskräfte Verantwortung wirklich übernehmen und möglichst viele Mitarbeiter aktiv eingebunden werden.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung sind die Mindestanforderung im Arbeitsschutz und müssen nachweisbar dokumentiert sein.
Betriebsanweisungen von der Stange sind gefährlich. Führungskräfte müssen eine eigene Risikoanalyse machen und Schutzmaßnahmen auf den konkreten Arbeitsplatz zuschneiden.
Beinahe-Unfälle systematisch melden und nachverfolgen. Statistisch lässt sich durch 300 gemeldete Beinahe-Unfälle ein schwerer Unfall vermeiden.
Ersthelfer und Brandschutzhelfer großzügig ausbilden, nicht nur die vorgeschriebene Mindestanzahl. Das schafft Flexibilität auch an Samstagen oder bei Ausfällen.
Räumungsübungen einmal im Jahr für den gesamten Betrieb durchführen, mit wechselnden Szenarien und verpflichtender Beteiligung der obersten Leitung.
Ein Katastrophenschutzhandbuch mit Checklisten für alle denkbaren Szenarien gibt im Ernstfall sofort Orientierung und verhindert, dass wertvolle Zeit verloren geht.
Einen zentralen Katastrophenschutzraum einrichten, in dem Checklisten, Material und Kommunikationsmittel griffbereit sind.
Elektrosicherheit wird häufig unterschätzt. Elektrische Geräte, RCDs und Notfalleinrichtungen müssen regelmäßig geprüft und die Prüfungen dokumentiert werden.
Umweltszenarien wie Starkregen oder Sturm gehören in die Risikobetrachtung, auch wenn kein Fluss in der Nähe ist.
Sicherheit ist Führungsaufgabe, keine Aufgabe, die man weiterreichen kann. Wer die Gefährdungsbeurteilung allein der Fachkraft für Arbeitssicherheit überlässt, hat das Prinzip nicht verstanden.
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👤 Gast dieser Episode:
Christian Scholle auf LinkedIn · Top-Chris
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Jörg Cwojdzinski auf LinkedIn · der wertstrom auf LinkedIn · der wertstrom im Web · Flussgrad1 GmbH